Nie Wieder ..

.. über die Veranstaltung zu Fußball und Antisemitismus des FSV Frankfurt.

Der FSV Frankfurt hat eine Veranstaltung im Rahmen von der Kampange “Nie Wieder” gemacht. In Kooperation mit der Sportjugend Hessen und TUS Makkabi Frankfurt.

Interessiert hat mich die Veranstaltung, weil es auch um die Geschichte des FSV gehen sollte und weil ich Debatten mit Ronny Blaschke idR ganz spannend finde.

Ausserdem finde ich es tatsächlich sehr gut, wenn ein Verein sowas macht.

Der Beste Teil, meines Erachtens, war dann auch am Anfang das Referat zum Thema der eigenen Vereinsgeschichte. Es hätte zwar durchaus selbst kritischer sein können, aber er war trotzdem gut. FSV Fans haben ehrenamtlich recherchiert, welche Geschichte Jüdisches Leben im Verein vor und nach 1933 hatte.

Der FSV hatte mit Rothschild und Meyers bis 1933 2 jüdische Präsidenten und mit seine erfolgreichste Zeit. Nach der gewonnenen Südmeisterschaft im April 1933 mussten Meyers allerdings gehen. 1940 wurde das Stadion am Bornheimer Hang Militärstützpunkt und dementsprechend bis 1945 ziemlich zerbomt. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum vom FSV kein Archiv vor 1945 existiert – es gibt schlicht keine Unterlagen mehr. Aber die Fan Historiker haben Zeitungen und Berichte durchforstet und recherchiert. Zudem haben sie angekündigt, dass die Arbeit dazu weitergehen soll.

Nach dem Vortrag kam Ronny Blaschke. Er hatte viele Bilder und Beispiele zum aktuellen Antisemitismus. Leider kam er nicht auf den Punkt, hat viel angerissen, aber nicht ausgeführt. So hat er versucht sekundären und strukturellen Antisemitismus zu erklären, was leider grade beim Beispiel von RB Leipzig eher fehlgeschlagen ist. Ich glaube um ehrlich zu sein, dass ihn irgendjemand verstanden hat, die_der die Begriffe vorher noch nicht kannte.

Am Ende kam ein Podium. Dort hat die Referentin vom Sportjugend Bund erst mal erläutert, was sie macht, was ihre Aufgabe ist. Es war spannend zu hören, dass sie von Jugendtrainer_innen Begleitung über Antirassismus Veranstaltungen bis hin zu konkreter Betreuung von Betroffenen Personen von zB rechten Angriffen ziemlich viel macht.

Danach ist die Debatte leider etwas entglitten. Es kamen zwar noch viele wichtige und gute Beiträge, zum Beispiel die Eintiegsworte vom Vorsitzenden des TUS Makkabi, aber die Moderation hat gefehlt und die meisten Redner_innen fanden es einfach zu wichtig was sie zu sagen hatten, als dass sie Redebeiträge kürzer hätten fassen können und nicht nochmal obwohl andere dran gewesen wären “grade noch einen Satz” sagen mussten, der dann wieder ewig gedauert hat. Mich nervt sowas und ich glaube so entstehen auch keine Debatten. Grade nachdem gesagt wurde: das Publikum ist eingeladen mit zu diskutieren haben der werte Herr Münker und – ich glaube – es war Ronny Blaschke erst mal das Mikro nicht abgegeben.

Ausserdem haben es eigentlich alle geschafft sich während dem Podium noch eweng unbeliebt bei mir zu machen, in dem sie vorher getroffene Aussagen relativiert haben oder einfach Unfug geredet haben. Münker, der zB Anfangs gesagt hat “Ja wir haben bei der Kooperation mit Saudia Bockmist gebaut und draus gelernt” (Respekt für so Aussagen) hat dann nicht mehr aufgehört darüber zu reden, dass ja alle nur beim FSV meckern, aber nich bei den Bayern, bei Schalke etc – klang wien beleidigtes Kleinkind. Dann hat der Vorsitzende von TuS Makkabi eine unglaublich pathetische Rede gehalten über “Wir als Deutsche müssen dieses und jenes tun” – was meines erachtens echt fehl am Platz war und alles irgendwie keinen Sinn ergeben hat und Ronny Blaschke … naja. Der hat teilweise einfach nur Unfug geredet.

Angelika Ribler von der Sportjugend hat halt einfach den Abend gerettet und bei mir dafür gesorgt, dass ich nicht mit nem negativen Gefühl nach Hause bin. Kluge Kommentare. Differenzierend und nicht vollkommen in die Länge gezogen.

Alles in Allem war es ein spannender und interessanter Abend, der besser beworben hätte werden können.

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