“Mein Fett ist politisch”

ein kurzer Nachtrag zum Abend in Frankfurt.

Magda Albrecht macht zur Zeit eine kleine Lesetour durch Deutschland mit dem Vortrag “Mein fett ist politisch” – Ich war vorallem hin gegangen um Menschen zu sehen die mir wichtig sind. Ich dachte – da ich relativ viel von Magda und auch anderen Blogger_innen zu dem Thema gelesen habe – für mich wird nicht viel neues kommen. Kams aber.

Inhaltlich wars sehr spannend mal zu erfahren, seid wann eigentlich “Übergewicht” so definiert is wies heute is, wer das so festgelegt hat und was für Konsequenzen es hatte und hat. Auch einfach mal wissenschaftliche Perspektiven auf zu zeigen, wie man Dinge noch untersuchen kann fand ich gut. Darum gehts meines erachtens bei Wissenschaft. Nicht schon vorher zu wissen was man herausbekommt bevor man die Studie macht, sondern offen Methoden zu hinterfragen und unterschiedliche Grundannahmen heranzu ziehen wie zB – könnte es vll auch sein, dass dicke Menschen deswegen besonders häufig hohe Cholesterin/Blutdruckwerte haben, weil sie gestresst sind. Wenn öffentliches Essen ein Problem is, weil Menschen es ungefragt kommentieren. Wenn Arztbesuche scheiße sind, weil der_die Ärzt_in eine_n nicht mal untersucht sondern nur sagt “Nehmen sie 30Kilo ab, dann reden wir weiter” (so einer Kollegin von mir passiert). Hat das nicht auch gesundheitliche Konsequenzen?

Und ich denke die Hauptthese war: Menschen sollten unabhängig von Körperform ein Recht darauf haben ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Klingt banal – ist es aber sobalds um Gewicht geht eben nicht.

Hat mich also sehr gefreut, dass sie da war und ich jetzt wieder ein Stück mehr Wissen zum Denken habe.

Was mich gestört hat, war am Ende Teile der Diskussion. Ich hätte mir sehr eine Moderation gewünscht, weil die Debatte dann glaube ich strukturierter und übersichtlicher hätte ablaufen könne. Ich mag Struktur.

Auch hat mich zwischenzeitlich das Klima etwas geärgert. Einfach weil Menschen andere Menschen ausgelacht haben. Und zwar nicht positiv – sondern regelrecht herblassend. Das doof. Ich finde in Queeren Räumen ist man nicht davor gefeit ein arrogantes Arschloch zu sein und ich fänds schön, wenn sich das einige mal zu Herzen nehmen würden – weil irgendwie passiert das immer und mich nervts. Wenn man in ner Uni is, isses in Ordnung Wörter wie “Heteronormativ” oder “inhärent” zu sagen. Aber wenn andere Menschen verbal nicht so mega geübt drin sind sich szene spezifisch aus zu drücken, dann sollte das trotzdem aufgenommen und respektiert werden. Ich halte Magda zu gute, dass sie das durchaus auch versucht hat – aber ich glaube einige Debatten hätten mit Moderation von ausserhalb in einem angenehmeren Klima stattfinden können.

Nun ja. Alles in allem war es aber ein schöner Abend, mit neuem Wissen, neuen und alten Menschen und ich hab mich gefreut, dass er organisiert wurde ❤

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