Der Schichtarbeiter (4)

Zu Akt 1 hier, zu Akt 2 hier und zu Akt 3 hier entlang.

Akt 4: Resigination oder Tod

Die Pause.
Vorbei.
Noch 4 Stunden.
4 Stunden.
4 Stunden.
Fuß vor Fuß.
Tür auf.
“‘n Abend”
“Abend”
Fuß vor.
Der nächste Schritt.
Irgendwie immer noch das Hungergefühl.
Das Bedürfnis nach etwas zu Essen.
Was nicht aufgewärmt ist.
Selbst kochen wäre schön.
Danach noch gemütlich einen Tee trinken.
Dazu vielleicht noch eine nette Unterhaltung.
Eine ohne Angst.
Der Angst besonders auf zu fallen.
Man will ja nicht verrückt sein.
Morgen muss man ja wieder hin.
Den gleichen Menschen ins Gesicht schaun.
Als möglichst unauffällig.

Wieder an der Presse.

Teil 20.
Noch 81.
Vielleicht morgen also nochmal exakt das gleiche.
Das motiviert doch.
Also weitermachen.
Jede Handbewegung etwas langsamer.
Einfach wieder träumen.
Dann geht die Zeit schneller rum.
Los Gehirn.
Mach was.

Bergauf. Bergab.
Speichern des Messprotokolls.
Dem Teil seine Mütze wider abziehen.
Die Elektronikkontakte sehn ja schon wie fiese Gehirnwellendiebe aus.

Teil fertig.
Nächstes Teil.

Die Pause.
Schon wieder so lange her.
Der Feierabend noch so lange hin.

Aber Feierabend.
Lücke zwischen zwei Schichten.
Zeit hat ja eh keiner.
Feierabend.
Der is ja auch erst um 10h Abends.

Startknopf drücken.

Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeppp.

Fuck.
Teil falsch eingelegt.
Fuck.Fuck.Fuck.
“Was denn da bei dir los?”
“Ich hab das Teil falsch eingelegt.”
“Sammer, was gehtn bei dir, des doch net so schwer oder. Man könnt meinen, nachdem de hunnertmal den gleichen Scheiß gemacht hast dürfst selbst du des könne”
“Ja, ich weiß…”
“Sie zu das de des wieder grade bekommst…”

Also nochmal.
Teil raus.
Teil rein.

Startknopf.

Läuft.
Zahlen.
Daten.
Buttons.
Befehle.
Zeiger bewegt sich.
Aber mit jedem Blick langsamer.

Teil rein.
Startknopf.
Teil raus.

Tatsächlich.
Da isser.
Der Feierband.

Fuß vor Fuß.
Tür auf.
Nach links.
Schild “Fotografieren verboten”
Wieder Tür auf.
Der geliebte Kabinen Geruch.
Die Kacheln.
Schweiß. Fäkalien. Deo.
Arbeitsklamotten aus.
Normale Klamotten an.
Sachen nehmen und raus.
15 Stunden Freizeit.
Wenn man den Schlaf weglässt.
Und die Anfahrtzeiten.

Pieps.
Heute keine Überstunden.
Schiebetür auf.
Fuß vor Fuß.
Ins Auto.

Ende.

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