von Rassismus und der eigenen Doppelmoral

neulich auf der Arbeit.
Kollege: “XY wurde gefeuert”
Ich “Eigentlich nich cool. Aber wird angenehmer in der Abteilung – is halt ein ganz schöner Nazi”
Kollege: “Zu mir war er halt eigentlich immer korrekt”
Ich: “Naja, aber seine Sprüche waren schon heftig und über den brasillianischen Kollegen ist er immer voll hergezogen”
Kollege: “Der is ja aber auch hinterhältig wie sau. Mir is so wer wie XY eigentlich lieber, weil er mich wenigstens korrekt behandelt hat. ZÄ behandelt mich ja im Dauerlauf wie scheiße – und nicht nur mich – mit dem verstehst du dich ja hervorragend.”
Ich: “Stimmt, der is schon heftig – grade wie er den türkischen Kollegen behandelt hat.”
Kollege: “Siehste – der redet halt nich nur drüber, der is auch einfach scheiße zu uns – da sachste nix.”

Der Kollege ist schwarz.
Ich nicht.
Ich mag jemanden nicht weil er rassitische Meinungen vertritt.
Der Kollege sortiert nicht zwangsweise nach Meinungen, sondern danach wie er behandelt wird.
Ich bin höflich und nett zu dem Kollegen der ihn – aus offensichtliche rassitischen Gründen – scheiße behandelt.
Das nennt sich wohl Doppelmoral.

Mich hat das Gespräch ganz schön zum nachdenken gebracht, weil mein Mitleid mit nem Menschen komplett zu Ende war, wegen ner Meinung, aber ich mich mit jemandem verstehe der nich nur ne Meinung die übel is vertritt, sondern auch so handelt.

Vorallem: es ist mir nicht mal aufgefallen. Warum? Weil ich nicht betroffen bin.

Wie ich damit weiter umgehe?
Keine Ahnung.

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