geliebter Wortfetisch

Spanbrechernut.

Der Lehrer sagt das so unbedarft.
Ich liege lachend aufm Boden und kicher die nächste halbe Stunde vor mich hin.
Ich habe die witzigstens Musikvideo Stellen von Cradle of Filth im Kopf während Danny Filth “Spanbrechernut” grölt.
Meine Klasse hält mich für verrückt. Wahrscheinlich nich nur die.

Evolvente. Evo-lvente. Evolv-ente. Ivolv-ente. Involv-ente. involve Ente.

Sobald jemand evolvente sagt habe ich direkt ne knuffelige kleine Ente im Kopf, die mit nem Plakat in der Hand wo “involve Ente” draufsteht durch die Gegend zieht und Freunde sucht.

Sowas passiert mir ständig.

Wörter, Begriffe, Sätze.
Werden automatisch zu Comics, Abenteuern, Bildern, komischen Szenen in meinem Kopf.

Der Stromkreis wird von der mutigen Piratin Ampere, die durch den Stromfluss mit ihrem Schiff schippert, erkundet, die Ringmutter steht im Ring und boxt sich und bei nem Wendeplattenfräser bilden sich vor meinem Auge schönste Ostplattenbausiedlungen.

Ich mag das. Es macht das Leben schöner. Witziger.
Leider habe ich wohl wenige Menschen mit dem gleichen Humor um mich rum.
Deswegen habe ich versucht das Bedürfnis, die Dinge über die ich mich freue, anders zu kompensieren.

Ich habe angefangen damit zu lernen.
Das Interview mit einem Fräser hier auf dem Blog, oder auch meine Zeichnungen zu Toleranzen (aufm Tumblr-Blog) sind Ergebnisse davon.
Ich habe angefangen Geschichten zu schreiben, Bilder zu malen und Gedankenschlösser zu bauen.

Ich kann jederzeit in mein Schloss gehen, den Vorplatz mit den Baseballspielern auf dem Baseballfeld durchschreiten (Spielweisen der Spieler sind die verschiedenen Steuerungsarten), den kuschelig gemütlichen Raum mit den Drehmaschinenbauteilen wo zB meine Oma sitzt und mit nem Stock ne Flachsspindel anstupst (Sinnbild für den Spindelstock) oder in den Coffeshop wo am laufenden Band gekifft wird und jede_r Bewohner_in andere Jointverdichtungsangewohnheiten hat (Es gibt, Schrauben, Kolben, Membarn und Exenterverdichter ; ).

Gelobt seien all die Worte die komisch, absurd und witzig klingen.
Ohne sie wäre meine Ausbildung so viel langweiliger – und meine Zwischenprüfung wohl schlechter ausgefallen.

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2 Responses to geliebter Wortfetisch

  1. lhabc says:

    Ich sammel auch gerne so Begriffe. Meistens mach ich mir einen Spaß aus sehr langen Wörtern, so was wie Dehngeschwindigkeitsempfindlichkeit, Gleichgewichtsleerstellenkonzentration, Leerstellendiffusionskoeffizient, Valenzelektronenkonzentrationserhöhung und so weiter…

    Aber ich hab auch ein paar absurde Wörter, über die ich mich immer noch amüsieren kann. So was wie Versetzungsaufspaltung. Gleitsystem. 😉 Mechanische Zwillingsbildung.

    Und natürlich der Dauerbrenner: Lochleibungsdruck.

    Was zur Hölle ist “Lochleibung” denn bitte für ein Wort.

  2. chrchrchr. Lochleibungsdruck wird geklaut für die “gar wunderbaren Wörter” ^^

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