OiOiOi.

Die Skins und die Unpolitik.

Ich mag Skinheads. Zumindest die Subkultur. Ein wenig fühle ich mich ihr auch zugehörig bzw heimisch.

Und für alle dies noch nicht mibekommen haben: nein Skinheads sind nicht per se Nazis. Nazis werden Boneheads oder im Zweifel noch Nazi-Skins genannt, aber letzteres mag ich eigentlich auch nicht.
Die Historie der Skinheads hatte in den Gründungsjahren “the golden 69” nix mit rechtem (vorallem rassistischen) Gedankengut zu tun. Die Größen der Szene waren Laurel Aitkin oder The Selecter, die Musik – der Ska.
Die Rechte Welle hatte ihren Anfang Ende der 1970ger und ihren traurigen berühmten richtigen Beginn mit dem 2. Album von Screwdriver und dem Arsch Ian Stuart – eine der größen der späteren White-Power-Bewegung.
Ja – danach ist Skinhead zu einem Synonym für Nazi geworden, weil nach und nach immer mehr Nazis im Skinheadoutfit rumliefen – auch weil irgendwann per se bei rechter Gewalt immer von Skins geredet wurde. Aber: Es gab Gegenbewegungen zB der Rash (Red an Anarchist Skniheads) und Sharps (Skinheads against racial prejudice) und es gibt sie immer noch.

Das nur mal so vorne weg. Wer sich über das Thema Skinheads noch weiter informieren will kann sich übrigens gerne mal die Dokumentation “Skinheads” von Klaus Farin oder “Skinhead Attitude” anschaun. – Ansonsten: Google ; )

Nun zum eigentlichen Thema. Die Oi-Szene. Und die Unpolitik.

Oi-Skins nennen sich selbst unpolitisch.
Sobald ich (und ich glaube es geht vielen anderen auch so) das Wort unpolitisch höre gruselts mich. Häufig genug steht nämlich hinter dem “unpolitisch sein” ein – mir doch egal, ob da jemand rassistisch/sexistisch/homophob is. Und eigentlich trinkt man ja auch mit Nazis. Durch so Bands wie Fr.wld kann man das Wort “unpolitisch” ja fast schon mit “patriotisch-rechtsoffen” übersetzen.
Aber.

Der Begriff “unpolitisch” hat mehrere Bedeutungen.

Für mich bedeutet Politik immer auch das Leben in meiner Umgebung, meinem Umfeld. Alles ist irgendwie politisch, weil wir nun einmal nicht in einem wunderschönen gerechten Utopia leben, sondern Rassismus halt einfach existiert. Wenn jemand zu mir also sagt “ich bin unpolitisch” heißt das für mich so viel wie :”Hallo – für mich gibt es keine Diskriminierung auf dieser Welt, nur Rosa Ponys und Liebe” – sowas ärgert mich.
Nun kenne ich aber mittlerweile genug Menschen die mit dem Wort “unpolitisch” was anderes meinen. “unpolitisch” als Begriff für “Mit geht institutionelle, organisierte Politik aufn Sack und am Arsch vorbei und wenn mich jemand vor seinen Karren spannen will, mach ich halt nicht mit” Das heißt nicht, dass dieser Mensch nicht auch die Klappe aufmacht, wenn jemand nen scheiß rassistischen Spruch drückt. Für mich wäre dieser Mensch damit politisch – aber das dann wohl ansichtssache.

Ich frage mittlerweile nach, wenn sich jemand unpolitisch nennt. Danach kann ich immer noch rabiat werden. Aber ich stelle für mich, grade in letzter Zeit, einfach häufig fest, dass viele Menschen sehr andere Begriffsdefinitionen haben.

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