Girlsday

Ein kleines how-not-to-do.

Ich finde den Ansatz gar nicht schlecht: Mädchen bekommen das Angebot, meist ab der 5. Klasse, in Berufe rein zu schnuppern, die nicht unbedingt der stereotypen Berufswahl entsprechen. Grade so jung ist das eigentlich nicht schlecht, da es tatsächlich danach noch die Möglichkeit gibt auch schulische Praktika in dem Bereich zu machen und den Beruf näher kennen zu lernen.

Es gibt aber ein paar Sachen, die ich ich eher nicht so sinnbringend finde – mir in letzter Zeit aber untergekommen sind.

1. Girlsday nur als Firmenwerbung. Klar, wollen Firmen mit der Teilnahme am Girlsday auch ihr Image aufpolieren – aber wenns nur noch Eigenwerbung ist und eigentlich nicht das Kennenlernen von Berufen: lassts halt.

2. Frauen in der Technik – aber nur männliche Anleiter. Ein Betrieb hab Frauen die in technischen Berufen arbeiten, aber am Girlsday werden die Berufe nur von Männern vorgstellt: find ich nicht cool. Grade auch mal Frauen kennen zu lernen die in den entsprechenden Berufen arbeiten ermutigt total (zumindest wars bei mir so).

3. Basteln. Sind ja Mädchen. Der Tag ist dafür da, dass Berufe kennengelernt werden können. Ich finde, dann sollte auch entsprechend was aus den Berufen gemacht werden. Ich würde Mädels am Girlsday auch einfach mal an ne Drehbak lassen – da steh ich schliesslich ständig als Industriemechanikerin und richtig vorbereitet kann das denke ich sehr viel Spaß machen. Aber irgendwas lächerliches basteln, was irgendwie entfernt damit zu tun hat, damit “die Mädels” was mitnehmen können. Ich weiß ja nicht.

Tatsächlich scheints, dass zB die Mädels die auf der offziellen Homepage vom Girlsday im Video auf nem coolen Girlsday gewesen sind – klingt auf jedenfall so (und wen interessiert, was Industriemechaniker_innen so machen, da is ne Beschreibung dazu ; )

http://www.girls-day.de/Ueber_den_Girls_Day/Girls_Day-Berufe/Alle/Industriemechanikerin

Advertisements
This entry was posted in Feminismus, kein Naturtalent and tagged , , , . Bookmark the permalink.

4 Responses to Girlsday

  1. Pingback: Netzneutralität, Sklaverei in Computerspielen und Rücktritt von Eich – Der Linkspam

  2. lhabc says:

    Ich hab so ein paar Erfahrungen mit dem Organisieren von Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche (nicht betrieblich, aber trotzdem) und ich kann nur sagen: Es ist sack schwer.

    Weibliche Anleiterinnen hat nicht jede Firma, die ne Veranstaltung für Mädchen machen will. Wobei das IMO auch sehr nützlich ist. Und klar wird Girls day zur Eigenwerbung genutzt – wenn ein paar gute Mädels dabei sind, müssen die ja davon überzeugt werden, dass die Firma und ihre Produkte so cool sind, dass die auch da arbeiten wollen. Das ist nicht wirklich spezifisch für Girls day, sondern sieht eins eigentlich überall, wo Firmen Mitarbeiter_innen suchen.

    Und der größte Punkt. Basteln und Beschäftigungen. Das ist so der Bereich womit ich schon Erfahrung hab.

    Du willst nicht ne Gruppe von 5, 10 oder vielleicht 20 Jugendlichen (oder Erwachsenen), die unter Umständen noch nie nen Schraubenzieher in der Hand hatte, an ne Werkzeugmaschine stellen. Das ist versicherungstechnisch schwierig, gefährlich für Menschen und Maschine und außerdem saumäßig aufwendig, weil du viel mehr Aufsichtspersonal brauchst.

    Das Bastelprojekt selbst, das ist auch so n Thema. Ich denk mal, Girls day ist ja nicht hauptsächlich für Mädels, für die eh schon klar ist, dass sie nen technischen Beruf machen wollen. Für die ist das höchstens ein Grund, nen Tag lang woanders zu sein als in der Schule.

    Und die anderen zu überzeugen, dass Technik cool ist, ist echt abartig schwer. Ich war mal auf ner Veranstaltung für Kinder zwischen ca. 8 und 12, wo es verschiedene Projektstationen gab. Wir hatten nen Computer-Basteltisch – und in 3 Tagen kam genau 1 Mädchen vorbei. Es geht drum, Interesse bei Leuten zu wecken, die beim Anblick von Werkzeug erstmal eine völlig unverständliche Welt sehen und nicht den blassesten Schimmer davon haben, dass das, was eigentlich hinter nem Werkzeug steckt, Möglichkeiten sind. Und ich denke, dass kleine bunte Bastelprojekte da nen ganz guten Eindruck vermitteln.. plus Spaß 🙂

    • das das schwer ist würde ich nie bestreiten… 😉

      zu den weiblichen Anleiterinnen gings mir tatsächlich um den Umstand, dass wenn Mädels da sind, man sie doch auch bitte fragt und mit einbezieht. Und ich kenne da leider Beispiele wos einfach nicht passiert – und das is so schade.
      Bei der Werbung ähnlich: klar wird auch Werbung gemacht – aber auch hier wieder Beispiele wos eigentlich nur noch darum geht. Klar is die Grenze da auch ein bisschen persöhnliches empfinden, aber wenn der Girlsday eigentlich nur zum Bilder machen und Videos schaun über die tolle Firma genutzt wird find ichs halt blöd.

      zu den WZmachinen: Doch ich will. Das geht nich überall – aber bei dem konkreten Beispiel bei uns in der Firma war ein 2 zu 1 Betruungsverhältnis da – da geht das sowas von. Nichts kompliziertes, was voreingestelltes meinetwegen Plandrehen oder den Fräser starten – das geht, ich denke auch Versicherungstechnisch – bin ich aber keine Expertin.

      Und die Bastelprojekte die ich bisher gesehn habe waren leider alle zum gähnen langweilig und haben sogar mich als Technikaffinen Menschen eher abgeschreckt. Wenn du coole Beispiele hast: her damit – hätte ich großes Interesse dran.

      Mit dem Punkt, dass die meisten einfach nur frei haben wollen hast du wahrscheinlich recht – übel nehmen kann ichs ihnen auch nicht wirklich.

  3. Pingback: Mein erster Girls Day…. | kein naturtalent

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s