Das Ding mit dem Duschen.

Hitzelsberger sagte er ist schwul.
Jens Lehmann redete drüber.
Zitat “Man duscht jeden Tag zusammen” – das scheint für Lehmann ein Problem zu sein.
Die 11 Freunde haben dazu auch eigentlich schon etwas sehr kluges geschrieben.
http://www.11freunde.de/artikel/jens-lehmann-und-das-thema-homosexualitaet

Ich ergänze jetzt mal die persöhnlichere Ebene.

Ich war 18 als ich mich zum ersten mal in eine Frau verliebt habe.
Probleme gab es in meinem erstmal Umfeld damit vergleichsweise wenige.
Viele haben halt gesagt: “Das is halt ne Phase” und das erste Kommentar, was wir damals abbekommen haben, als wir zusammenkamen “Ey Bock aufn dreier?”.
So weit, so blöd. So bekannt.

Was mir vorallem für meinen Alltag Probleme gemacht hat: Wie gehe ich mit meinen Freundinnen um?

Es ist für mich völlig normal gewesen mit Freundinnen zusammen zu duschen, das wir im gleichen Bett schlafen, das wir uns nackt kennen.
Ich war in keine der Freundinnen jemals verliebt, finde zwar das sie alle ziemlich gut aussehen – aber ich habe einfach kein Bedürfnis mit ihnen zu schlafen.
Aber: Weil ich wusste das es das Vorurteil gibt, dass wenn – nur weil man halt eben keine Hete ist, aber die Gesellschaft eine Heterosexuelle – man als Mensch der aufs gleiche Geschlecht steht automatisch auch anders schaut, andere Gedanken hat – habe ich ne ganze Weile echt Hemmungen gehabt überhaupt körperlichen Kontakt zu meinen Freundinnen zu haben. Einfach aus Angst. Ich habe gottseidank großartige Freundinnen. Es gab nie Probleme. Zumindest keine für sie, die sie benannt haben.
Ich habe mich aber sehr lange sehr unwohl gefühlt. Und mir dann eingeredet ich wäre vielleicht nicht Bisexuell. Es wäre einfacher gewesen.

Jetzt bin ich 7 Jahre älter. Es waren nicht nur coole Jahre. Auch weils nicht immer einfach ist der Norm zu entsprechen, wenn man merkt, dass mans nicht tut und einfach unglaublich viel in seinem Leben vermisst. Und wie blöd das ist sich von Vorurteilen so einschränken zu lassen. Einfach weil man Angst vor ihnen hat.
Ich gehe damit mittlerweile relativ offen um. Ich erzähle es auch. Und nein: ich möchte es niemandem aufzwingen, was ich im Bett mache. Aber: Meine Hoffnung ist, dass Menschen bemerken, dass ihre Vorurteile nicht stimmen – sie können schliesslich in der Sauna mit mir duschen gehn ohne das ich sie anfalle. Mit jedem Menschen der offen mit dem nicht der Norm entsprechen umgeht, wird die Norm ein Stück weit dekonstruiert. Da Problem ist aber auch, dass eben nicht jede_r das Privileg hat damit offen um zu gehn. Womit wir wieder bei der Fußballdebatte wären.

Am Rande:
Als Bisexueller Mensch habe ich übrigens theoretisch auch zusätzlich das Problem, dass ich dann in gar keine Gruppenduschen mehr gehn könnte. Ich müsste ja alle anfallen. Das stelle ich mir ganz schön anstrenged vor.
Ich bin ein fauler Mensch.

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