Baggerfahren in der Schreibwerkstatt

Ich war das Wochenende auf der Alternativen Medienakaedmie in Wien. http://alternative-medien-akademie.at/

In der Schreibwerkstatt haben wir eine Übung gemacht “Free writing”.

Wir haben eine Bild bekommen und geschrieben.

Mein Bild war ein Strand. Eine Reifenspur am linken unteren Rand und aufgeschüttete Sandberge vor einer begrenzenden Holzwand hinter der kleine Ferienhäuser zu sehen sind.

Bei mir ist ein Text aus Baggerfahrerinnenperspektive raus gekommen. Aber lest selbst.

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Baggerfahren ist großartig.

Vor und Zurück. Sand aufnehmen. Sand abladen.
Getanes direkt sichtbar.
Einfach. Praktisch. Sinnvoll.

Schade das hinter dem Aufschutt eine Holzwand ist. Wie gerne würde ich den Sand weiterschieben.
Auf die Hütten. In die Vorgärten.
Den Menschen den Tag vermiesen.
Und Warum?
Einfach so.
Sie haben Ferienhäuser am Meer. Können Urlaub machen. Haben genug Geld zum Leben. Aber. Ach was.

Ich habe meinen Bagger. Ich lebe hier.
Eigentlich isses mir egal.

Nur die Gesichtsausdrücke. An denen hätte ich Vergnügen.
Die Wut verzerrten Grimassen. Die mich anschrein.

Und die nächste Fuhre. Bald bin ich fertig.
Dann muss ich noch zurück.
Hoffentlich wird der Chef nicht sauer, weil ich getrödelt habe.

Es ist immer so. Setz mich in den Bagger und ich fang an zu denken.
Denken macht langsamer.
Ist auch viel gemütlicher.

Was wären wir ohne die Ruhe- und Denkpausen,
die Kaffee- und Kippenpausen,
die Bio- und Esspausen.
Allgemein: die Pause ist das beste am Arbeiten.

Obwohl ich Baggerfahren wirklich liebe.
Liebe ist halt immer auch nur so groß, wies kein Zwang ist.
Wer mag schon Liebe unter Zwang.

Natürlich würde ohne den Zwang…- Oha. Eine Tür geht auf.

Ein Lockenkopf. Auf ca 90cm Höhe.

Ein süßes kleines Kind lunzt heraus.

Es ist mir symphatisch.
Scheint keine Angst zu haben vor der großen Maschine.
Maschinen sind schließlich immer nur so böse wie ihre Bediener_innen.
Wenns keine Angst hat, glaubts vielleicht unbewusst an das Gute im Menschen.
Das wird es ihr nicht immer einfach machen.
Spannender – aber vielleicht auch grausamer.

Nun ja.

Jetzt habe ich vor lauter Denken das Baggern vergessen. Ich muss doch fertig werden.

Schaufel runter. Kippen um -60°. Nach vorne. Auf +30°. Schaufel nach oben.

Bagger nach vorne. Mehr PS wären schön.

Aber was jammere ich.

Stehen bleiben. Schaufel runter. -60°. Sand abladen.

 

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Ich sitze grade noch in dem Workshop. Habe den Text nicht wirklich bearbeitet. Hatte aber grade das Bedürfnis ihn auf zu schreiben.

Weiß nicht ob mich das jetzt weiterbringt. Aber es macht Spaß. Und ich möchte bitte mehr Medienakademien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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