CNC Maschinen FTW

“Alles was Maschinen uns abnehmen könnnen, sollen sie auch tun” – Stanislav Lem

Ich habe eine neue große Liebe. Es ist die CNC Maschine an sich. Aber auch: Bearbeitungszentren von DMG. Ok – ich kenne nicht viele andere Firmen (Gildemeister noch) und wahrscheinlich würde ich neben anderen genauso sabbernd stehen. Aber nun ja, Liebe ist ja nicht immer rational. Gebt einfach mal DMG Mori Seiki bei Youtube ein….^^

Was ist CNC? CNC steht für Computer Numerical Controlled.

Richtig: Es hat was mit Computern zu tun ; )

Ursprünglich wurde die CNC Maschine mal erfunden um die Arbeiter_innen in der Produktion überflüssig zu machen. Nun ja – es gibt mich. Und viele andere auch – und das nicht nur weil CNC Maschinen hergestellt werden müssen, sondern, weil sie bedient, gewartet, programmiert und gebaut werden müssen. Aber: sie übernehmen die Scheissarbeit. Ich bin ihnen da sehr dankbar für.

Jede_r Auszubildenden in nem Metallgrundberuf muss zu Beginn feilen. Lange und viel – aber es gibt im besten Falle immer eine_n Auszubildende_n aus nem höheren Ausbildungsjahr der_die einer_m eine Seite abfräst, damits schneller geht – mit ner NC, oder CNC Maschine – und die macht das viel besser als man selbst.

Damit wird einem nicht nur Feilen und ein Grundgefühl für Stahl vermittelt, sondern auch wies später läuft: sei nett zu dem Menschen der Dinge für dich erledigen kann. Dann bekommste dein Zeug auch schneller und wahrscheinlich auch besser.

Aber zurück zur CNC Maschine. Im Prinzip isses ganz einfach. Ich will zB einen Stufenbolzen Durchmesser 25mm und 50mm auf Länge 100mm drehen. Ich spanne den Bolzen ein und muss dann der Maschine sagen, was sie tun soll. Im Gegensatz zu herkömmlichen Drehmaschine habe ich aber keinen mechanischen Vorschub (also Hebel oder Hand, die die Vorwärts-  oder Planbewegung in Gang setzen) sondern einen Speicher und Prozessor dem ich sagen kann: Hallo Computer – da ist mein Nullpunkt. Von da aus gehst du bitte 12,5 runter, dann wieder hoch, dann gehst du seitwärts….etc. Das gebe ich einmal ein, füge bei den moderneren Maschinen noch nen automatischen Werkzeugwechsel ein und mit der wunderbaren Erfindung des Cyclus kann ich ihm dann sagen, dass er das mehrmals machen soll und schwupps: welcome to Massenproduktion.

Natürlich is das dann noch alles ein bisschen komplizierter mit Werkzeughaltern, Drehmeisseln, Fräsern, Bohrern, Kühlung, Drehzahl, Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Schneiden- Radiuskorrektur und Platz – aber das Grundprinzip is – fahr 150mm und die Maschine machts.

Warum ich das so großartig finde?

1. Feil mal 2 mm Baustahl. Baustahl is nich hart. Du bist trotzdem ne Weile beschäftigt.  Dann kommt da ne Maschine und geht da in einer Präzision von bis zu wenigen tausendstel einfach drüber und is in ner Sekunde fertig. Nichts ist schöner als der Anblick von extrem hartem und zähem Stahl der dann einfach zerspant wird.

2. Herausforderung. Versucht mal 5 Achsen gleichzeitig zum Programmieren zu denken. Natürlich macht das fast keine_r, dafür gibts Simulationen – aber ich habe grade Spaß dran einfach mit Zettel und Stift erste simple Programmierungen zu erdenken. S=300 F=9999 X27, Z1; F0,1 X-25; Z-1 – und schon hat man den Drehmeissel vor Augen, wie er das Teil nen mm Plandreht… Naja ich zumindest. Und das macht glücklich.

3. Es ist logisch. Ich mag logische Dinge. Was ich der Maschine nicht sage macht sie nicht. Alles was sie tut hat nen Grund. Beruhigend bei all den komplizierten Dingen um einen rum.

Natürlich gibt es sehr unterschiedliche CNC Maschinen. Von ganz alten, wo das Werkzeug noch per Hand gewechselt werden muss, der Speicher winzig ist bis hin zu vollautomatisierten Bearbeitungszentren wo 12o Werkzeuge in einer Kette sind, 6 Achsen bearbeitet werden können und zum Programmieren fast nur noch die entsprechende Eingabe ausm CAD Programm gemacht werden müssen. Aber: bei all der Unterschiedlichkeit bleibts Grundprinzip gleich.

Also: Alle einmal vor der CNC Maschine verbeugen. Stellt euch vor der Kram müsste alles noch per Hand eingegeben werden – dann hättet ihr halt für euer Auto auch ne Wartezeit von nem Jahr ….

Wer sich aus ner wissenschaftlichen Perpektive damit beschäftigen will, die_der sollte “Forces of Production: A Social History of Industrial Automation” von David F. Noble lesen. Ich habs jetzt zu Hause : )

PS: Danke an Stef Art für das Satnislav Lem Zitat …

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