Abwehrreaktion vs Kritik annehmen können

Es war Landesparteitag der Linken in Hessen.
Die ersten 8 (und damit die Ansatzweise aussichtsreichen) sind mit Menschen aus dem weißen Mittelstand besetzt.

Ich mag die meisten davon ganz schön gerne – es ist auch absolut keine persöhnliche Kritik: Aber….

Es ging diesmal auf Platz 7 um ein bisschen mehr als sonst. Was mir mal als ein fester Platz für Migrant_innen präsentiert wurde (damals und so), war es plötzlich nicht mehr.
Es haben Migrant_innen kandidiert. Aber welche die nicht die Unterstützung ihres Kreisverbands / aus Zerstrittenen Kreisverbänden / oder mit zu wenig Politerfahrung kamen. Das diese Kandidaturen nicht unbedingt aussichtsreich waren, war klar.

Die Frage ist, wo war der Landesvorstand? Warum hat der Landesvorstand sich nicht früh genug Gedanken darum gemacht und ist gezielt früh genug auf Leute zugegangen um sie auch entsprechend zu supporten? Das ist früher auch schon gemacht worden – wenns politisch gewollt war.

Weils um Pfründe sichern ging. Da hörts dann halt mit Rücksichtnahme auf marginalisierte Gruppierungen auf. Der Anschein wird zumindest geweckt. Welche andere Begründung gäbs denn sonst?

Wie soll ich als Mitglied in der Landeswahlkampfleitung nen coolen Wahlkampf mitorganisieren, der auch das Thema Migration und Antirassismus glaubwürdig mit aufgreift, wenn wir leider mit den ersten 8 Plätzen (9. ist dann Emine Pektas, eine kurdische Aktivistin) deutlich sagen: Wählen dürft ihr uns, aber sorry selbst mitreden und bedeutende Rollen einnehmen is nicht?

Ich könnte auf die Bundesebene verweisen – schliesslich sind ja Bundes- und Landtagswahlen gleichzeitig – scheiße nur, dass wir ein Spitzenteam haben aus 8 Personen wo nur – 3 mal dürft ihr raten – richtig – nur weiße drin sind. Herzlichen Glückwunsch.
Und zur Krönung ist das auf den (Bundes)listen die ich jetzt so in Kürze gefunden habe bei Sachsen Anhalt, Thüringen, Baden-Württemberg, Schleswig Holstein, Bremen, den Direktkandidat_innen in Sachsen genau das gleiche.

Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Ich bin jetzt grade nicht die einzige die das kritisert. Klar, so ein paar die das auch kritisieren finde ich politisch und persöhnlich eher *hüstel* nicht symphatisch. Aber:

Wenn ich mir die Gesamtlage anschau ist die Kritik absolut berechtigt. Und nur weil sie von ner Person kommt, die ich nicht mag, muss ich doch trotzdem in der Lage dazu sein ein Problem zu erkennen, es ernst zu nehmen und nicht direkt in absolut dämliche Abwehrreaktionen verfallen.

Wenn mir jemand sagt, dass ich rassistisch bin, mach ich mir da Gedanken drüber. Sowas sagt sich nämlich nicht einfach. Genauso wie es für mich immer wieder eine Überwindung darstellt Sexismus zu benennen.

Es ist gelaufen, wies gelaufen ist. Es ist nicht mehr änderbar. Jetzt müssen wir das als Partei ausbaden. Vollkommen zurecht.

Nachtrag: Mir fällt grade wieder was auf: Genau die Leute, die versuchen was an dem Zustand zu ändern, nehmen sich die Kritik zu Herzen bzw haben schon vorher versucht was machen. Ich glaube ich muss demnächst mal nen Text dazu schreiben wie unglaublich dankbar ich so vielen Personen in der Partei bin, dass sie so viele tolle, wichtige und richtige Dinge tun – die sind nämlich der Grund, warum ich mich eigentlich immer noch sehr zu Hause fühle in der Linken zB die @Janine_Wissler, @manuelaschon, @taati75, @lisa_hof, @ch_buchholz (um jetzt mal ein paar Menschen bei Twitter zu nennen 😉

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12 Responses to Abwehrreaktion vs Kritik annehmen können

  1. Silvio says:

    Ich will mir gar nicht anmaßen, eine Meinung zu deiner Kritik zu äußern, weil ich dafür auch die Situation im hessischen Landesverband gar nicht kenne. Ich will nur was zur Aufzählung deiner Landeslisten sagen, denn da ist die implizierte Diskriminierungsbehauptung problematisch.
    Ich selbst bin zum Beispiel aus Sachsen und du führst ja dort die Direktkandidat_Innen an (und ich kann dir auch jetzt schon sagen, dass es auf der Landesliste nicht anders aussehen wird). Nur hat das in dem Fall wenig mit Diskriminierung zu tun: wir haben in Sachsen einen Migrant_Innenanteil von ca. 3%, in der Partei liegt er bei fast Null. Fast gleich ist die Situation in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Ich glaube also, der Vergleich hinkt ein wenig. Das wollte ich nur mal anmerken.
    Solidarische Grüße aus Sachsen

    • du meinst 3% der Gesamtbevölkerung?
      Wie viele dann in der Partei? Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass das bei euch eine schwierigere Situation ist – ich finde das Gesamtbild trotzdem erschreckend. Es war auch tatsächlich ein – klicke mich durch die HPs und schau mal drüber. Und ja, ich weiß auch das es nicht immer einfach ist, weil dann auch viele keine deutschen Pässe haben etc.
      Es zeigt aber trotzdem im Prinzip, dass die Linke offensichtlich auch nicht unbedingt ein Raum ist, in dem Migrant_innen sich wohl_politisch zu Hause fühlen bzw wenn sie es tuen, sie nicht in Positionen kommen_wollen, bei denen sie explizit mitbestimmen können. Und ich denke darüber müssen wir (und damit meine ich die Linke Bundesweit – denn das “Spitzenteam” ist da vorne mit dabei) diskutieren und uns Gedanken drüber machen.

  2. Hallo Franzi,

    Ich finde die Sprache bedenklich. Es gibt nicht nur “weiße” Nichtmigranten, sondern auch bunte/weiße Spätaussiedler etc. Und Familien mit Migrationshintergrund, fallen unter diesen Begriff.

    Meine Frau wird nach brasilianischem Recht übrigens als weis definiert, wird aber in Brasilien sicher nicht mit der weißen Oberschicht in Verbindung gebracht. Der brasilianische Rassismus unterscheidet die verschiedenen Farbtöne viel differenzierter als nur schwarz-weis.

    “Eine Familie wird hier als Familie mit Migrationshintergrund bezeichnet, wenn mindes‐ tens ein Familienmitglied außerhalb von Deutschland geboren ist und damit eine eigene Migrationserfahrung aufweist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. ……………

    Dieser Ausschluss ist inhaltlich dadurch begründet, dass jedes Familienleben sehr stark geprägt wird, wenn (mindestens) ein Mitglied aus einem anderen Land zugewandert ist oder (mindestens) eine Person aufgrund einer ausländischen Staatsangehörigkeit rechtlich nicht der Mehrheitsbevölkerung gleichgestellt ist.

    http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Familien-mit-Migrationshintergrund,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

    Nach dieser Definition hat mindestens Barbara Cardenas einen Migrationshintergrund.

    Die Abgeordneten der Kreistagsfraktion MKK haben zu 100% einen Migrationshintergrund.

    Sozialistische Grüße
    Andreas

    • Hallo Andreas,

      Diese Definition von Migration kannte ich tatsächlich noch nicht. Ich finde den Begriff der MIgrant_innen auch eigentlich nicht ganz richtig in meinem Text – aber ich wusste nicht ob People of color (Poc) ein gängiger Begriff bei den Leser_innen ist und war, wie ich gestehen muss, zu faul noch erklärende Texte zu verlinken bzw selbst zu schreiben.

      Hinter dem Begriff “Migrant_innen” verbergen sich ja ganz unterschiedliche und teilweise nur sehr schwer vergleichbare Diskriminierungserfahrungen. Je nach dem wie Sprache, Aussehen und anderes auch einen Menschen in die stereotype Sichtweise rückt.
      Ich meine hier vorallem (ganz stark runter gebrochen) Menschen die alltäglichen Diskrimierungserfahrungen ausgesetzt sind, weil Menschen meinen Ihnen ein bestimmtes Herkunftsland, was nicht Deutschland ist, und damit verbundene Vorurteile entgegen zu setzen und die zB durch die Migration strukturell durch Sprache/ Bildungszugang benachteiligt werden.

      zum Thema:
      Ich finde unsere Listenwahl aber trotzdem problematisch. Auch mit welchen Argumenten sie so entstanden ist.
      Das von den vorderen 4. Männern auch einer PoC sein könnte, stand glaube ich gar nicht zur Debatte (zumindest habe ich das nicht mitbekommen) und wie gesagt – bei den weiblichen Listenplätzen hätte sich vor 5 Jahren glaube ich nie eine Nichtmigrant_in auf Platz 7 durchsetzen können (so umstritten die damalige Kandidat_in meiner Meinung nach berechtigterweise auch war).

      Und die Argumente, die ich gegen die kandidierenden gehört habe war ua. Machtstreben, die Sprache und “unpolitisch sein”.
      Machtstreben ist kein Gegenargument, weil das schlichtweg alle haben die vorne kandideren – warum sollte bei der einen Falsch sein, was bei der anderen akzeptiert ist?
      Die Sprache – klar ist verständlichkeit wichtig, aber so lange alles verstanden werden kann is doch gut (ausserdem werden deutschsprachige auch oft genug nicht verstanden) und da hätte sich, wenn es denn gewollt gewesen wäre, auch der Landesvorstand drum kümmern können, das evt in Hessen vorher auch zB spezielle Rethorikkurse für nicht Muttersprachler_innen gibt.

      Und bei dem Argument “unpolitisch” werde ich halt sauer, weil das ein typisches “kleinmach” Argument ist. Da ist jemand in einer politischen Partei, verbringt meistens nicht sehr wenig Freizeit mit eben jener und dann wird einem das politisch sein aberkannt?… das geht halt mal gar nicht.

      vg Franzi

  3. Hallo Franz,
    MigrantIn ist klar definiert. Dass ist jemand, der sein Heimatland verlassen hat. Mir geht es um den Begriff Migrationshintergrund. Der muss erweitert werden. Ich weis, dass Barbara rassistisch angegriffen und benachteiligt wurde, weil ich sie voelleicht näher kenne. Ich selber bin durch Migration meiner Frau und Migrationshintergrund (offizielle Definition) meiner Kinder betroffen. In Brasilien gibt es einen sehr differenzierten Rassismuss in Grautönen, deshalb mag ich die Unterscheidung Schwarz-Weis nicht so und es geht auch nicht nur um Poc, denn Spätaussiedler und andere Weise haben auch Migrationsprobleme und werden rassistisch benachteiligt. Von daher nehme ich jur das Recht Migrationshintergrund weiter zu fassen und durchaus für Migranten und deren Probleme aus eigener Erfahrung zu reden. Die Probleme von Kurden sind sicher nicht mit Migranten aus Afrika oder Südamerika oder Spätaussiedler zu vergleichen, aber wir müssen als Partei für alle sprechen und alle ansprechen. Und dass ein Kurde für die speziellen Probleme eines Afrikaners oder umgekehrt spricht, ist auch schwierig, aber gemeinsame Erfahrungen gibt es bestimmt. Wäre ein spannendes Thema diese Aspekte mal zu beleuchten.

    Gruß
    Andreas

    • Ich finde den Begriff der Migrant_in nicht so klar definiert. Weil – was ist ein “Heimatland” und viele machen ähnliche Diskriminierungserfahrungen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.
      Und ich finde den Begriff Migrationshintergund ansich halt – naja schräg. habe nur teilweise keinen anderen dafür.

      Und der Begriff den du da versuchst auszudehnen – du kannst dir in der Gesellschaft jederzeit aussuchen als was du gesehn wirst. Du musst nicht erwähnen, dass du mit ner Frau verheiratet bist, die aus Brasilien kommt. MIgrant_innen hingegen können das nicht. PoCs können nicht entscheiden, wie ihr gegenüber sie sieht – genauso wenig wie du entscheiden kannst plötzlich schwarz zu sein. Das sind grundverschiedene Diskriminierungserfahrungen – wenn ich auch weiß, dass sie da sind und es auch für Leute die mit Migrant_innen zusammen/liiert/what ever sind auch miese Erfahrungen gibt.

      Ihr musstet aber weder ne neue Sprache lernen, noch lässt euer Äusseres Rückschlüsse zu bzw werdet ihr da in Schubladen mit entsprechenden Eigenschaften gesteckt etc. Diese Erfahrungen sind meiner Meinung nich wirklich vergleichbar. Meine Mitschüler werde zB immer gefragt Woher sie kommen (natürlich nur die PoCs) – wenn die dann sagen Offenbach, werden sie erst mal darüber belehrt, dass es ja um ihr Herkunftsland geht bla_etc. Sowas erlebe ich nicht- selbst wenn ich mit ner_m PoC zusammen bin/wäre.

      Deswegen bin ich auch der Meinung, dass Menschen die eben diese Erfahrungen teilen in Positionen kommen müssen_sollten, wo sie öffentlich sprechen können und sie auch Öffentlichkeit bekommen – ohne das da ein_e “Deutsch_r” sitzt und sagt, was sie zu denken, zu fühlen, zu machen haben – was aber leider sehr häufig der Fall ist.

  4. nurhan agit says:

    Hallo Franzi,

    danke für deinen Artikel.Du hast es sehr gut geschildert.Ich habe auch für den Platz 5 kanditiert aber nicht um gewählt zu werden sondern aus Protest.Nur ein Migrant kann es besschreiben und fühlen ob er in einer Partei willkommen ist oder nicht und genau das ist am Samstag vorgefallen.Das Barbara und Andreas daraus ein Hill machen verstehe ich nicht .Den wer verfolgt ,diskriminiert seine Idendität verleugnen muss und das sind wir und nicht Barbara und Andreas, nur weil dessen Lebensgefährten aus Columbien oder? her kommen.Wir sollten Kein Allibi -Migranten sein um Stimmen zu bekommen .Es reicht das wir ausgenützt und ausgegrentz werden.
    Liebe Grüße
    Nurhan

    • Danke Nurhan,

      Ich habe aber auch bewusst das ganze nicht mit Personennamen gemacht, weil ich da ein grundsätzlicheres Problem sehe, was sich eben auf dem LPT deutlich gezeigt hat.
      Ich mag Barbara sehr gerne und ich arbeite unglaublich gerne mit ihr zusammen und fänds schade, wenn sies abbekommt, nur weil gegen sie kandidiert wurde.
      Es hätte ja auch gegen jede andere Person (zB auf den männlichen Plätzen) kandidiert werden können…

      Ich finde den Ansatz, den Andreas hier auch schildert allerdings auch problematisch, weil ich das Gefühl habe, dass es die eigentlich betroffene Personengruppe unsichtbar macht.

  5. Also ich finde die ganzen einfach schwarz-weis Diskussionen problematisch. Natürlich wäre mir ein echter farbiger Migrant auch lieb auf den ersten Plätzen. Aber ein bunter Alibimigrant (das Gefühl habe ich z.B in der MKK Union) der das Poblem mit einem farbigen Klecks sichtbar macht, wäre mir zu wenig. Und einfach zu behaupten, ich könne meine Familie einfach verleugnen und alles ist gut, ist mir auch zu einfach. Natürlich sieht man mir meine Mehrsprachigkeit nicht an, an meinem Nachnamen (bei meinen Kindern ist das schon anders, bei Barbara übrigens auch und zwar mit Folgen, frag sie mal) erkennt man die Migration nicht, aber natürlich habe ich Migrationserfahrungen. Vielleicht ganz andere, aber auch ganz wichtige, die ich einbringen kann und will. Und jeder Deligierte/in hat andere Gründe warum er wie abstimmt. Ich mag nicht alle auf der vorderen Liste, finde aber sie haben als Team gut gearbeitet und auch die Themen der Partei gut vertreten, deshalb habe ich mich und wohl auch die Deligieten mehrheitlich für die Fortsetzung der Teamarbeit entschieden. Bei einem richtigen Gegenkandidaten wäre das vielleicht anders ausgegangen. Auf Platz 7 hat mein Kreisverband dann eine Migrantin vorgeschlagen, ich die Fürrede gehalten und ich bin enttäuscht, dass sie nicht gewählt wurde. Aber: sie hat gegen mindestens 2 gute Kandidatinen mit fast gleicher Stimmenzahl knapp verloren. Bei sovielen Bewerberinnen gibt es solche Ergebnisse. Ich fand es schade, so ist aber Demokratie!

    Auf Platz 9 hat sich Emine dann deutlich durchgesetzt. Daraus eine generelle Migrantenfeindlichkeit abzuleiten, find ich nicht richtig. Nicht jede Wahlniederlage eines Migranten, ist gleich rassistisch, auch das ist mir zu wenig und einfach nur Platt. Die Gründe muss man sich schon sehr genau anschauen und analysieren.

    Rote Grüße
    Andreas

    • Ich habe weder gesagt, dass jede_r nicht gewählte Migrant_in automatisch aus rassistischen Gründen nicht gewählt wird. Ich habe beobachtet, mir die Gesamtsituation angeschaut und meine Schlüsse in die Reihe gesetzt, was ich auch vorher gesehn_erlebt habe. Und ich bin der Meinung, das struktureller (aber auch teilweise leider sehr offener) Rassismus in dieser Partei existiert.

      Und Menschen als Alibimigrant_innen zu bezeichnen ist richtig mies. Ich war grade am Überlegen, ob ich deinen Kommentar einfach löschen soll, weil ich solche Beleidigungen nicht auf meinem Blog verbreiten möchte – habe mich dann aber grade dagegen entschieden, weil du ja mit deinem Namen dahinter stehst und ich mich jetzt hiermit deutlich distanziert habe davon – sollen die Leser_innen ihre Schlüsse draus ziehen.

  6. Adrian Gabriel says:

    Hallo Franzi,

    ich finde (D)ein Nachdenken in der Sache berechtigt. Es muss noch besser gelingen, KandidatInnen mit “Migrationshintergrund” zu gewinnen, zu fördern und zu verankern. Eine erkennbar “bunte” Besetzung der “Spitzenplätze” ist wichtig. So betrachtet bleibt es auch eine innerparteiliche Aufgabe, voran zu kommen.

    Was ich nicht teile ist die Vorwurfshaltung und die Dramatik, zumal die der “FB-Debatte”. Der LaVo kann keine KandidatInnen backen oder dem Parteitag eine Wahl vorschreiben. Die LAG hat sich auf keine der teils sehr kurzfristigen und miteinander konkurrierenden Kandidaturen verständigt. Eine Unterstützung aus dem Kreisverband hatte überhaupt nur Emine, aber angetreten wurde kreuz und quer, auch gegen sie. Ich war dann auch überrascht, wer ab Platz 10 dann alles noch kandidiert hat, tolle Leute, die aber vorher nicht ins Rennen gegangen sind.

    Ich denke, das ist der einzige kleine Wermutstropfen dieses Parteitags. Aber ich finde auch, dass Michael mit einem Recht hat. Nämlich, dass Anti-Rassismus und gute Integrationspolitik wenig mit Herkunft zu tun hat und das unsere linke Lebenswirklichkeit, auch auf der Landesliste viel bunter ist, als es hier rüberkommt. Willi lebt in einer deutsch-französischen, Barbara in einer deutsch-kolumbianischen und Dieter in einer deutsch-portugisischen Familie. Auf den Plätzen 1-20 stehen insgesamt 7-8 “internationale” Namen. Ich finde, diese teils jahrzehntelang gelebte Buntheit und das Engagement aller beim Anti-Rassismus und Flüchtlingsschutz sollte man jetzt auch nicht reduzieren auf die Kennzahl “vorderer Listenplatz muss dunkelhäutig sein, sonst unglaubwürdig”.

    Deshalb: Nachdenken fürs besser werden gerne und dann bitte alle. Buhrufen finde ich nicht richtig.

  7. Hm. Wenn es wie reines Buhrufen rübergekommen ist – das war nicht die Intension.
    Ich glaube halt, dass gewisse Erfahrungshorizonte nicht den angemessenen Raum in der Partei bekommen – und da war der Parteitag jetzt ein weiterer Punkt wo mir eben einiges in der Richtung schlichweg sauer aufgestossen ist.
    Und ja es ist nicht alles gut gelaufen – und ich weiß auch, dass der LaVo niemandem aus dem Hut ziehen kann. Im nachhinein glaube ich halt hätte der LaVo, wo ich auch noch mit drin war, sich schon Gedanken darüber machen müssen.

    Und was die Glaubwürdigkeit betrifft, sehe ich halt schon Unterschiede in der Überlegung, wer aus welcher Position mit welcher Erfahrung spricht. Ich habe ja auch schon mehrmals gesagt, dass ich Menschen nichts abspreche, aber trotzdem glaube, dass es etwas anderes ist selbst Betroffene_r zu sein, oder eben “nur” Teil des Lebens, des direkt von Diskriminierung betroffenen ist. Grade mit den Sachen die da auch aufm LPT n Kommentaren gefallen sind aller “sprache” “unpolitisch” die ich ja auch vorher erwähnt hatte…

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