Transparenz. Anstrengend. BtrVG ändern.

Ich bin Jugendauszubildendenvertreterin.
Ich bin es gerne. Es sind Menschen die ich gerne mag, in nem Ausbildungsberuf der Spaß macht in nem gut überschaubarem Betrieb, in dem ich mich sehr wohl fühle.

Ich bin die einzige JAV. Wir sind auch nicht so viele Azubis. Da ich mir aber alleine weder zutraue alle zu vertreten, noch glaube das ich eine absolute Mehrheitsmeinung vertrete habe ich angenfangen zu versuchen alle mit ein zu beziehen.

Das heißt – ich informiere über so gut wie jedes “relevante” Gespräch. Schreibe (Gedächtnis-)Protokoll und versuche alle Handlungs- und Eńtscheidungsprozesse so zu gestalten, das jede_r Auszubildende_r weiß was wie warum passiert.
Die Frage der Abwägung ist natürlich: Was ist eigentlich relevant? Wann wirds zu viel und keine_r liests mehr, weil für sie nichts wichtiges drinsteht und wie können Gespräche, die ja auch einen Entwicklungsprozess durchlaufen, der nicht immer so klar ist, so dargestellt werden, dass alles auch wirklich so verstanden wird wies gemeint ist. So können schnell kleine Dinge auch Groß und Große klein gemacht werden oder wirken. Es kann Stress an Ecken geben, wo er gar nicht nowendig ist und dann ist die Luft raus bei den wirklich wichtigen Dingen.
Also – wonach abwägen?

Momentan versuche ich vorallem nach dem Prädikat: Neue Information die zur eignen Ausbildungssituation relevant ist – zu beurteilen.

Ich versuche auch über jedes relevante Thema mit den Azubis zu sprechen. Ich will nicht die alleinige Entscheidungsträgerin sein 1. ist mir das zu viel Verantwortung, ich kann gar nicht alle Ausbildungszweige gleich gut beurteilen 2. Ist Transparenz nur dann auch sinnvoll, wenn sie dafür genutzt wird Entscheidungsprozesse zu öffnen 3. Ist meine Hoffnung, dass alle Auszubildenden dadurch auch selbstbewusster werden und merken, was sie alles auch bewirken, entscheiden beurteilen können und 4. hoffe ich, dass evt ein Teil meiner Arbeit Stück für Stück von den Azubis mitgedacht – gemacht wird 😉 . Das würde es ermöglichen auf Dauer diese Transparenz aufrecht zu erhalten – allerdings werden sie gesetzlich nicht freigestellt. Dazu komme ich dann nochmal.

Das kostet aber Zeit. Viel Zeit. Meine Ausbildung fängt an drunter zu leiden.
Ich habe heute den halben Tag wieder mit JAV arbeit zugebracht. Ich vergesse Dinge. Für die Ausbildung relevante Dinge. Das kann auch nicht Ziel sein.

Also versuche ich auch einen Teil nach der Arbeitszeit dran zu hängen. Das wiederrum führt aber zu Überstunden – die darf ich eig ohne Absprache mit meinem Ausbilder nicht machen und den Azubis lege ich ab und zu mal gerne nah nicht zu viele zu machen. So werde ich dann also unglaubwürdig. Eine Zwickmühle.

Nun zu dem Gesetzlichen.

Wählen dürfen eine JAV nur Azubis bis 25 und Arbeitnehmer_innen bis 18. Freigestellt für JAV arbeit werden nur JAVs.

Diese Regeleung muss ganz schön alt sein. Ich mein – Arbeitnehmer_innen bis 18. Das is ne ganz schön geringe Gruppe mittlerweile. Umso größer die Gruppe der Auszubildenden über 25. Wie viele machen mit Umwegen ne 2 Ausbildung oder fangen viel später erst eine an. Trotzdem haben sie doch evt in Ausbildungsabteilungen ähnliche Probleme und eine Meinung die auch die JAV Arbeit betrifft. Sie brauchen auch Arbeitsklamotten und wollen wahrscheinlich erst recht ne Bedingungslose Übernahme.

Deswegen: Bitte – könnte jemand mal ne Initiative starten, dass das Betriebsverfassungsgesetz aktualisiert und den Lebensrealitäten der Azubis angepasst wird? Ich (naja und ein mir sehr lieber verdi JAV) dachten da so an “Wählen dürfen alle Auszubildenden und die Arbeitnehmer_innen bis 25”

Zum anderen Punkt: Freigestellt werden nur JAVs für JAV arbeit. Ich glaube aber das ist nicht ausreichend. JAVs sollten die Möglichkeit haben andere Azubis für Aufgaben frei zu stellen – zb wenns um ne andere Berufsgruppe geht oder die simple Mithilfe bei Texte schreiben und Fragebögen entwerfen und auswerten.

Also. anyone? Ich würde mich freuen , wenns in den nächsten 1 1/2 Jahren noch klappt 😉

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