Der lieben Geschlechterrollenbilderreproduktion….

Eine Szene heute in der Werkstatt. (nur im Sinn wieder gegeben)

Ein erfahrener und ein neuer Ausbilder unterhalten sich.
Der eine zeigt dem anderen die Bauteile für den Girlsday.
Sie kommen auf das Thema Frauen in technischen Berufen.

“Der Girlsday bringt nur manchmal was.”
“Ja, ich weiß – manche mit ihren verlängerten Fingernägeln und so – ist halt schwierig”
“Nicht nur das – es bringt einfach nicht in allen Berufen was. Ne Frau auf der Baustalle ist einfach schwierig..”
“Stimmt – der Umgangston ist nun mal wie er ist..”

Ich mag den einen Ausbilder wirklich sehr gerne bzw ich habe unglaublichen Respekt vor ihm. Den anderen kenne ich nicht.
Es ist ne harmlose Unterhaltung. Eine Unterhaltung die – naja – böse gesagt: “gut gemeint” ist.

Trotzdem ist sie daneben.

Warum?
1. Frauen die sich “zu weiblich” (im Klischee) geben, sind einfach nicht für technische Berufe geeignet. Sie mögen Schmutz nicht, sind weil sie auf ihr Aussehen achten, natürlich direkt auch pienzig und so weiter und damit ungeeignet für diese Berufssparte.
-> Man kann auch mit verlängerten Fingernägeln feilen und nur weil man welche hat, heißt das nicht, dass man nicht trotzdem alles machen kann und auch will (der Wille wird im Gespräch sowieso aberkannt) und ich kenne genug Jungs die Industriemechaniker werden und trotzdem alles gerne werden – aber nicht schmutzig (zB mein einer Mitazubi…)

2. Der Umgangston auf Baustellen – nicht Frauenfreundlich und Frauen vertragen sowas ja auch nicht…
-> Erkenntnis, das der Umgang, so frauenfeindlich er häufig ist, verletzend sein kann/ ist, ist korrekt. Die Schlussfolgerung kann aber doch nicht sein, dass Frauen halt per se nicht auf Baustellen arbeiten sollten. Er sollte doch sein, dass der Umgangston sich ändern muss. Und ja auch Menschen die auf Baustellen arbeiten können sich ändern bzw ich kenn Frauen die auf Baustellen arbeiten – denen gehts nicht immer gut – in dem aber die Ausbilder sich gegenseitig darin bestätigen, das da nix zu ändern ist, bringt denen nix.

Ich habe in der Szene nichts gesagt. Habe den Ärger runtergeschluckt. Situationsbedingt hätte es nicht viel gebracht. Aber es ärgert mich. Mein Ausbilder und so viele um mich rum sind so wunderbare Menschen, die Probleme teilweise auch erkennen und wahrnehmen, aber dann an vielen Ecken einfach sagen “Das wird sich nie ändern, also lass ichs gleich” Sie stellen es als Dogma in den Raum. Fest. Unabänderlich. Bestätigen dardurch alltäglich doch wieder das, wo sie selbst manchmal doch so einen reflektierten Umgang damit gelernt haben…..

Schade.

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