Dinge lernen und sich darüber freuen.

Ich habe diese Woche einen 2 Wöchigen Schweißer_innenlehrgang angefangen.

Ich lerne WIG schweißen. Bilder und eine kleiner Erklärung findet ihr auf meinem Tumblr und bei Wikipedia der Artikel is auch ganz in Ordnung …

WIG Schweißen ist nur eins von verschiedenen Verfahren.
Jede_r Industriemechaniker_in muss vor der Zwischenprüfung zumindest mal mit Schweißtechniken in Verbindung gekommen sein, da das Thema auch gerne mal in eben jener vorkommt.

Schweißer_in ist keine Betriebliche Ausbildung mit 3 1/2 Jahren und Schulbegleitung etc. Mittlerweile sind die meisten Schweißer_innen nur in der jewaligen Richtung fortgebildet, die in ihrer Produktionslinie benötigt werden, alles andere wäre schliesslich zu teuer 😉

Es gibt auch meines Wissens keine standartisierten Ausbildungsmodularisierungen sondern nur Dinge die erlernt werden müssen für die Prüfung. Wie ausgebildet wird, scheint den Ausbilder_innen überlassen.

So – wie eine Grobmotorikerin dazu bekommen, dass sie dünne, regelmäßige Schweißnähte fabriziert?

Begonnen hat natürlich alles erst mal mit ner Sicherheitseinweisung und ner kurzen Theorieeinheit – schliesslich sollte man auch immer grob wissen, was man da eigentlich grade fabriziert.

Danach gings an den Schweißsimulator. Ein großartiges Spielzeug. Ich will es haben.

Es ist ein Schweißgerät mit nem eingespannten Werkstück, aber an dem Schweißgerät sind Sensoren, die Messen in welchem Winkel du mit welchem Abstand in welcher Geschwindigkeit schweißt. In verschiedenen Schwierigkeitsstufen, mit immer engerwerdenden Toleranzen wird so die richtige Handfertigkeit geübt. Wenn was falsch ist kommen Ansagen “zu langsam” “zu hoch” und am Ende gibts Punkte. Eigentlich ein interaktives Computerspiel – nur cooler.

Ich habe den Fehler gemacht danach zu denken, das wäre Schweißen und ich könnte es.

Am richtigen Schweißgerät hab ich also erst mal ne 1/4 Stunde überhaupt geübt nicht bei jedem Lichtbogenzünden mich vor dem Blitz zu erschrecken und weg zu zucken. Ich glaube der Ausbilder fands lustig. Ich nicht so – aber ich habe es geschafft.

Danach gings an einfach Übungen – Linien ziehen auf Blechen mit verschiedenen Blechdicken mit und ohne Zusatz. Schweißnaht nicht zu dick, zu dünn, ohne Oxideinschlüsse und die vielen Fehler die gemacht werden können.

Die erste Hürde waren waagrechte Kehlnähte. Die kann ich auch immer noch nicht wirklich gut.
Kehlnähte sind Schweißnähte, die zwei Bleche in nem meist 90° Winkel miteinander verbinden und grade sind.
Rohre und aufsteigende Kehlnähte habe ich besser hinbekommen. Aber ich bin tatsächlich zwischendrin ein bisschen verzweifelt – ich will es ja lernen und am Ende auch können. Vorallem will ich nicht in den Betrieb zurück mit ner Bewertung – Handwerklich ungeschickt und nicht tauglich. Dementsprechend scheiße gings mir auch.

Aber der Ausbilder hat da wirklich cool drauf reagiert und gibt mir regelmäßig Feedback und ist wirklich geduldig.

Nächste Woche gehts weiter. Ich freu mich voll drauf. Vorallem, weil der Ausbilder kein Problem damit zu haben scheint, dass ich meine Probeteile in jeder freien Minute wirr zu nem “Atomkraftwerk” zusammenschweiße ^^ (irgendwann muss ich ja mit den Grundelementen Richtung Weltherrschaft anfangen…)

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