zu Xavas und so….

Zwischen Schule und spätschicht verfasst – muss also nochmal Korrekturlesen…. Ich hoffe ich habe alle Aspekte die angesprochen worden sind, aufgreifen können.

Nach einer kurzen Debatte mit dem @stadtkindffm und dem @marv2punkt0 über Twitter, will ich doch jetzt nochmal auf einige Punkte ausführlicher eingehen – weil Twitter und wirklich produktive Debatten ja nicht unbedingt zusammen passt – habe hier unten an erst mal versucht es kurz zusammen zu fassen.

@Marv2punkt0 Hat eigentlich schon mal jemand etwas über die Naidoo/Savas-Sache geschrieben, der sich mit der Materie Rap/Hip-Hop auskennt? #justasking
@stadtkindfffm ja, ich: „Bedenklicher finde ich ja die Top3-Platzierung von Frei.Wild (in Deutschland), mein Statement dazu: http://usp.stpaulifans.de/copper/displayimage.php?album=235&pid=2715#top_display_media …“Eben die mind 10 Jahre alten Songs „Schwule Rapper“, „LMS“ & „Pimp Legionär“ von Kool Savas gehört. Versteh die aktuellen Diskussionen nicht
@Marv2punkt0 Und genau das ist doch der Punkt, den ich hier vermute. Der Text von Savas/Naidoo ist verabscheuungswürdig, aber für mich sind andere Bands wesentlich dramatischer, jedoch nicht so massenpopulär. Für mich irgendwie populistisch.
@Neijian Homophobie und Rassismus sind halt nicht gegeneinander auf zu wiegen. Muss wohl doch noch dazu was schreiben
@Marv2punkt0 Da gebe ich dir recht. Finde nur, dass von Seiten der Politik da teilweise mit zweierlei Maß gemessen wird und im konkreten Fall

Es geht um diese Mitteilung der linksjugend [’solid] und die Debatte aussen rum.

Zu aller erst einmal die Einwände und Gedanken zusammengefasst, die ich so gehört/gelesen habe (also jetzt nicht nur in der kurzen Debatte auf Twitter).

1. Ja, es gab schon vorher schwulenfeindliche Künstler und ja, nicht nur die alten Lieder von Kool Savas zeigen ein absolut schwulenfeindliches und sexistisches Weltbild.
2. Ja, Xavier Naidoo hat auch schon vorher komisches Verschwörungstheoriezeugs von sich gegeben.
3. Ja, es gibt auch ne ganze Menge anderer Bands die es zu kritisieren gilt – z.B. Freiwild. Super berühmt. Riesige Fanbase – verbreiten lustig ihr Faschistoides Weltbild, und verdammt viele Menschen finden das vollkommen in Ordnung.
4. Ja, direkt ne Anzeige stellen ist ein Stück weit populistisch und ja, ich denke unser Bundessprecher_innenrat wollte dardurch Aufmerksamkeit.
5. Ja, die Frage, warum es nicht auf dem Index ist lässt sich berechtigterweise stellen.
6. Ja, die linksjugend [’solid] ist ein Verein der auch Herrschafts- und Staatskritik äussert und oft unter Repressionen zu leiden hat (siehe die Dinge rund um Castor Schottern, Dresden Nazisfrei bzw den Ring politischer Jugend) und ja – man sollte sich vorher reiflich überlegen, ob man den Apperat eines Staates einschalten will, obwohl klar ist, dass dieser Staat keinen Antisexistischen, Diskriminirungsfreien Grundkonsens hat (Homosexualität ist z.b. kein Asylgrund, auch wenn das Leben eines Menschen bedroht ist).

Aber

Zu 1. und 2. : Beides zusammen – Schwulenfeindlich und Faschistoid, gepaart mit kruden Verschwörungstheorien – hab ich so vorher noch nichts zu gefunden in der Heftigkeit von derart berühmten Künstlern
Zu 3. Ja – da sollte auch mehr getan werden – gibt’s auch schon gegen Initiativen, Proteste – klar nicht genug, aber es wird durchaus schon problematisiert. → aber ist das ein Gegenargument dagegen das andere auch zu Problematisieren? Und Freiwlid achten leider auch stark auf ihre Formulierungen, sodass man da natürlich schwieriger gegen argumentieren kann. Eine Anzeige hier, wäre eher nicht möglich
Zu 4. Ich kann mir gut vorstellen, was der Bspr sich vorher für Gedanken gemacht hat. „veröffentlichen wir eine Pressemitteilung? Veröffentlichen wir einen Text? Veröffentlichen wir einen Flyer? Schreiben wir einen offenen Brief?“ All das hätten sie tun können. Und all das hätte nur halb so viel Aufmerksamkeit erregt – was ich schade gefunden hätte. Ich finde es wichtig möglichst Öffentlichkeitswirksam Faschistisches und Schwulenfeindliches Gedankengut an zu greifen, zu kritisieren, ins Zentrum zu rücken und auch bloß zu stellen. Spätestens jetzt weiß jede_r das Naidoo und Savas halt wirklich ein übles Weltbild haben und das nicht so harmlos ist, wie es häufig abgetan wird. An den Reaktionen die es so unter den Artikeln und der Facebookseite gab hat man auch sehr deutlich merken können, dass das ein gar nicht so unverbreitetes Gedankengut ist → dagegen muss was getan werden.
Zu 5. Nuja… Ich gebe zu → kenn ich mich nicht wirklich aus. Fakt ist, es ist nicht auf dem Index und es ist verkauft worden – d.h. Es ist nun mal jetzt da, und damit muss umgegangen werden.
Zu 6. Das Argument – wir dürfen als linksjugend [’solid] niemanden anzeigen, weil wir ja herrschaftskritisch sind und wissen, dass dieser Staat Menschen die z.b. Homosexuell sind auch diskriminiert , kam über nen internen solid Verteiler. Finde ich nicht richtig. Es ist hier – wie schon vorher erwähnt ein Instrument um die Thematik in die Öffentlichkeit zu bringen. Ich würde mal die These aufstellen, dass es erst mal gar nicht darum geht, dass irgendjemand verurteilt wird, sondern dass es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird → und das ist passiert. Finde ich gut.

Zu guter letzt → damit das Thema nicht so im leeren Raum stehen bleibt überlegen wir jetzt in meiner Ortsgruppe auch ob wir nicht mal ne Veranstaltung zum Thema HipHop und Homosexualität machen wollen.

Ausserdem habe ich mir vorgenommen auch mal allgemeiner mal zu dem Thema was zu bloggen. Aber das kommt dann, wenn mal wieder ein bisschen mehr Freizeit da is.

 

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