Mein erstes Werkstück :)

Zu Beginn haben wir alle (Industriekauffrau, Technischer Produktdesigner+ ich) ein Mühlespiel hergestellt.

→ Es ist eine recht einfache Aufgabe, in der mensch an Grundtechniken – Feilen (Eben und Winkelig), Entgraten, Anreissen, Zentrieren, Bohren- herangeführt wird.

 

Zuerst haben wir gemeinsam durchgesprochen was die Zeichnung alles angibt und uns dann einen Arbeitsablauf überlegt. Dabei wurde von uns nicht erwartet, Vorwissen zu haben.

 

Anfangs war die Arbeitsweise etwas ungewohnt. Und grade bei der Verarbeitung von Aluminium, darf mensch nicht ungeduldig werden, weil ansonsten ganz viele Kratzer rein kommen. Und – Nein, ich konnte es nicht auf Anhieb. Am Ende sah das Mühle Brett zwar ganz passabel aus, aber wir haben alle ewig dafür gebraucht und es war alles andere als perfekt.

Aber hey – ich muss noch einen Schraubstock und einen Locher aus Stahl herstellen – dabei werde ich es hoffentlich lernen.

 

Feilen kann ganz schön nerven – aber es ist eine Grundtätigkeit aller Industriemechaniker_innen. Um die kommt niemand drum herum. Und: das erste halbe Jahr wird es ständig gemacht. Ich glaube auf Dauer wird das ganz schön anstrengend, aber anders als durch Praxis wird’s nicht gelernt und es ist etwas was im späteren Beruf auch häufig wieder gebraucht wird.

 

Genauigkeit ist etwas sehr wichtiges in diesem Beruf. Manchmal sind Teile schon nicht mehr verwendbar, wenn sie nur 1 Zehntel zu wenig oder zu viel haben.

Und ich bin eindeutig zu ungeduldig. Das mit dem Toleranzgrenze erreichen kann ewig dauern und dann passiert es schnell, dass zu viel abgefeilt worden ist. Aber keine Sorge – auch das ist erlernbar und ich hatte es mir wesentlich schwieriger vorgestellt (ich hatte tatsächlich ziemlich Angst davor). Nach 4 Wochen bin ich da jetzt schon etwas lockerer geworden.

 

Arbeitsschritte wie Anreissen, Zentrieren oder Körnen scheinen einem manchmal erst nicht zwangsweise logisch. Sobald aber häufiger damit gearbeitet wird, wird ziemlich schnell klar warum diese vorbereitenden Tätigkeiten so wichtig sind – es sind alles zusätzliche Arbeitsschritte, aber alles vereinfachende, die einem helfen genauer zu arbeiten – und netterweise haben alle Menschen ähnliche Probleme damit, sodass es verschiedene Hilfen gibt z.b. möglichst genau das Stück an zu reissen.

..

 

Bei Gelegenheit mehr zu den einzelnen Tätigkeiten 🙂

Nachtrag: Mein erstes Werkstück ist schon etwas länger fertig. Ein Bild dazu findet ihr hier

Und hier ist ein Video über ein Mädel was auch Industriemechanikerin lernt. Ist nicht wirklich gut, aber sie bohrt am Ende auch ein Mühlespiel 😉 Ausserdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die meisten meiner Freund_innen keine Ahnung haben was ne Drehmaschine ist. Die ist da gut zu sehen.

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2 Responses to Mein erstes Werkstück :)

  1. Dieter says:

    Mit Stahl und Metall würde ich auch gerne arbeiten, oder es zumindest mal länger ausprobieren. Um gut darin zu werden braucht man aber viel Erfahrung und Ausprobieren, da weiß ich gar nicht, ob das meine Sache wäre.

    Rechtschreibfehler darf der, der sie findet, normalerweise behalten, und normalerweise schreibe ich deswegen auch keine Kommentare. Aber wenn ich das Wort “Drehmaschine” bei einer angehenden Frau vom Fach falsch geschrieben lese, kräuseln sich bei mir die Nackenhaare. Wenn Dein Meister das Wort in Deinem Berichtsheft liest, wird es ihm vielleicht ähnlich gehen.
    Ich bin gespannt auf weitere Werkstücke von Dir.

    LG Dieter @dieterjosef

  2. Naja um richtig gut zu werden schon – aber das ist ja in jedem Bereich so.

    Danke für den Hinweis (mein Meister korrigiert meine Rechtschreibung netterweise nicht 😉

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