Resumee über 2 Jahre Arbeit im Landesvorstand der Linken Hessen

Nun ja – bald kommt der Landesparteitag und die 2 Jahre sind um. Ich habe bei meiner Kandidatur damals kommen sehen, dass mein Fazit nicht wirklich positiv ausfallen wird – aber es gab nicht nur negatives.

Deswegen fange ich auch mit den positiven Dingen an.

Aber kurz noch eine Erläuterung:
Kandidiert habe ich damals als Vetreter_in des Jugendverbandes linksjugend [’solid] Hessen -und bei jeder Kritik die ich äussere heißt das nicht, dass ich nicht durchaus Dinge hätte deutlicher sagen/können/müssen und auch mehr als einen Fehler gemacht habe ( z.B. solidarischere Umgangsformen erbeten und dann selbst sehr unhöflich und angreifend Argumentiert).
Ich schreibe das alles auf, weil ich glaube dass geschriebenes eher eine Debatte ermöglicht und den Menschen auch die Möglichkeit gibt es in Ruhe zu lesen und sich ihre Gedanken zu machen.

Nun zu dem Positiven Anfang

Die Linke Hessen hatte einen Leitantrag zum Thema Behindertenpolitik, hat sich damit 1,5 Std auf dem Landesparteitag beschäftigt und wir haben mittlerweile eine aktive und funktionierende Landesarbeitsgemeinschaft selbstbestimmte Behindertenpolitik. Diese wird diesmal hoffentlich auch für den Landesvorstand eine Kandidat_in aufstellen.
Das alles ist nicht alleine auf meinem Mist gewachsen. Eigentlich musste ich grade zur Gründung der LAG fast gar nichts beitragen – aber ich glaube dass es den Anstoß gebraucht hat, dass sich überhaupt jemand des Themas im Landesvorstand angenommen hat.
→ Den Leitantrag findet ihr übrigens auf der Homepage der Linken Hessen
http://www.die-linke-hessen.de/lv15/partei/landesparteitage/4landesparteitag

Ich werde mittlerweile als feste Ansprechpartner_in für den Jugendverband wahrgenommen und ich denke das Verhältnis ist in Teilen besser bzw weniger konfrontativ geworden.
Problematisch: Alles was ich mir vorgenommen habe, habe ich bzgl Jugendverband nicht erreicht, ausser, dass ich versucht habe regelmäßig Infos auch an den Landessprecher_innenrat weiter zu geben.
-Ich wollte vorallem mehr Informationsfluss über Arbeit im Landesvorstand in den Jugendverband bringen, wollte Protokolle und Kommentare schreiben und sie an die Aktivist_innen weitergeben. Das habe ich nicht getan.
-Ich wollte Menschen an die Arbeit heranführen, damit wir bei den nächsten Wahlen jemanden haben – es haben mich zwar tatsächlich häufiger solids begleitet und nach einem Jahr war ich auch so gut wie nie wieder alleine da – aber es war leider für viele eher abschreckend die Sitzungen zu besuchen.

Die linksjugend [’solid] versucht auf vielen Ebenen und an allen Ecken und Enden Politik immer ein Stück weit partizipativer/zugänglicher zu gestalten – d.h. Nicht dass uns das immer gelingt, aber wir lernen.
Diesen Ansatz habe ich auch versucht im Landesvorstand an zu bringen. Leider hat das nicht wirklich geklappt.
Redezeitbegrenzungen wurden abgelehnt, bei der quotierten Redner_innenliste wird leider ständig betont – „dass ja jetzt xy dran kommt weil sie/er reinquotiert worden ist“ , der Tagesordnungspunkt 1 auf jeder Lavo Sitzung ist immer noch – aktuelle Politik etc – d.h. 2-3 Stunden Selbstbeweihräucherung ohne jegliche Konsequenzen daraus ziehen zu müssen. Die Idee auf der Klausur ein Flipchart als Element zur Förderung der Übersichtlichkeit ein zu führen ist nach einem mal so gut wie nie wieder benutzt worden, Wortlose Meldungen (also Plenums-/Gebärdensprachezeichen) die etwas befürworten und/ oder ablehnen, werden nicht wahrgenommen und wenn mensch nicht explizit zu einem Tagespunkt was negatives sagt, darf danach auch keine Kritik mehr geäussert werden – weil mensch hat ja nichts gesagt.
Inhaltlich konnte ich ausser zur Behindertenpolitik wenig beitragen. Einerseits aus einer Überforderung heraus teilweise nicht zu wissen, wie genau Inhalte im Lavo gesetzt werden können (ein Antrag von mir, an dem ich ewig gearbeitet habe wurde durchgewinkt und danach ignoriert). Grade bei der jetzigen Leitantragsdebatte habe ich mich ganz rausgezogen – er ist meiner Meinung so defizitär, dass es nichts mehr bringt Einzelheiten zu ändern. Das ist leider beim vielem, was auf Landesvorstandssitzungen behandelt wurde so.

Allgemein habe ich nicht den Eindruck, dass der Landesvorstand ein Gremium ist was zusammen arbeitet, sondern eher eines was Arbeit zusammenträgt, aber nicht viel daraus macht. Was auch eben ein Großteil an der Struktur liegt. Gut war, dass von Seiten des Geschäftsführenden Vorstandes die Idee mit Kleingruppenarbeit aufgenommen worden ist – aber eine Methode mal eben an zu wenden ohne anscheinend zu wissen, wie genau sie umgesetzt werden muss, was für Probleme auftauchen können und wie die Resultate sinnvoll verwendet werden können bringt halt leider auch nicht viel. Allgemein würde ich mir wünschen das Mitglieder des Vorstandes sich auch als Menschen die immer noch lernen begreiffen würden und vielleicht, grade als Geschäftsführender Vorstand, ein Seminar zum Thema – Wie leite ich Sitzungen, Wie kann ich (diskiminierungsfrei) Gruppen leiten, Wie können Arbeitsprozesse und Kommunikation gestaltet werden besuchen würden.

Soviel zu meiner Zeit im Landesvorstand. Es ist unvollständig. Vielleicht wird es noch ergänzt. Auch wenn ich sehr negativ schreibe, war es doch nicht alles schlecht und ich glaube ich blicke zumindest so langsam die Arbeitsweise. Das ist halt ein großes Problem bei uns – bis mensch durchblickt und weiß was sie/ er tut – das dauert. Ich muss aber sagen, dass die Zeit für mich sehr anstrengend war, häufig hatte ich große Angst was zu sagen und wohl gefühlt hab ich mich selten. Und deswegen werde ich auch nicht nochmal kandidieren.

 

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